Grußworte des Bernhard
Wenzel, Präsident Washington Sängerbund
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O blühe
fort, du deutscher Sang !
Diese Worte
besagen alles !
Es ist das deutsche Lied, das seit mehr als 150 Jahren die
Mitgliedschöre des Nordöstlichen Sängerbundes (NOSB) alle
drei Jahre zum traditionellen Sängerfest zusammenführt.
Diese Sängerfeste dienen nicht nur zur Aufrechterhaltung und
Weiterführung der chormusikalischen Beziehungen, sondern sie
sorgen auch dafür, dass wir unsere Geschichte und Tradition
nicht vergessen werden.
Nun feiert der Nordöstliche Sängerbund sein 50. Sängerfest
im Jahre 2009. Dieses Fest, ein bedeutender Meilenstein in
der Geschichte des NOSB - wird in der Landeshauptstadt
Washington, DC stattfinden. Stolze Gastgeber dieses
historischen Geschehens sind die Mitglieder des Washington
Sängerbundes (WSB).
Als Präsident und besonders im Namen der Mitglieder des WSB
ist es für mich eine große Ehre, alle Freunde des deutschen
Liedes zu diesem festlichen Ereignis von Herzen willkommen
zu heißen.
Unser Festkomitee ist bemüht, ein gebührendes Programm für
das dreitägige Sängerfest zu präsentieren. Die Festbesucher
werden nicht nur Gelegenheit zum Singen und zum Fördern des
deutschen Liedgutes haben, sondern auch ihre langjährigen
Freunde wiedersehen, neue Freundschaften schließen und vor
allen Dingen ein geselliges Beisammensein mit viel
Gemütlichkeit genießen.
Ich hoffe, dass unsere Bemühungen zum Erfolg führen, die
Festbesucher mit positiven Eindrücken und Erinnerungen in
ihre Heimat zurückkehren und mit voller Erwartung und
Vorfreude dem 51. Sängerfest im Jahre 2012 entgegensehen.
Mit Sängergruss,
Bernhard Wenzel
Praesident
Washington Sängerbund
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Mittwoch
20.Mai, Anreise Stuttgart – Washington
Nach
monatelanger Vorarbeit, Vorfreude und steigender Spannung starteten wir
– Familie Helga und Gustl Reebmann und ich – um 3:57h in der Glashütte
mit dem Busunternehmen Thumm und Eugen Thumm als Fahrer zu unserer
großen Reise. An der Haltestelle Hallenbad stiegen die Waldenbucher
Mitreisenden ein und gegen 4:46h starteten dann „Die Singenden Schwaben“
mit ihren Frauen in Echterdingen. Über die Autobahn ging es über
Karlsruhe nach Frankfurt am Main zum Flughafen. Etwa gegen 7h kamen wir
an und waren doch etwas aufgeregt, wie das alles vor sich gehen soll.
Unser Reiseveranstalter und Reiseleiter Klaus Krämer erwartete uns mit
fröhlichem Lachen am Flughafen.
Wir starteten gegen 10:12h in Frankfurt. Unser Flugzeug nach Montreal
war eine Boeing 777-333 und
hatte die Flugnummer AC 875. Auch hatten wir da unseren ersten Schläfer
an Bord. In Montreal stiegen wir in eine kleine Bombardier CRJ 100/200
Flug-Nr. AC 7692 nach New York um.
Außer uns waren 2 bis 3 andere Passagiere an Bord. Um 16:50h
landeten wir nach etwa 1:45 Stunden Flugzeit in Washington – unserem
ersten großen Ziel. Vorher mussten wir in Montreal – obwohl wir uns bei
der ESTA schon angemeldet hatten – trotzdem noch mal das grüne Formular
ausfüllen.
Schön war zu beobachten, wie sich alle mit Geduld gegenseitig geholfen
haben, denn die Formulare waren natürlich entweder englisch oder
französisch geschrieben und für manche von uns nicht alleine
auszufüllen. In Washington angekommen wurden wir photographiert und
unsere Fingerabdrücke genommen und zwar neuerdings von allen Fingern.
Schon unterwegs im ersten Flieger hat uns Klaus Krämer seinen ersten
Schrieb überreicht und angekündigt, jeden Tag einen solchen Schrieb
unter unserer Zimmertüre durchzuschieben, damit wir immer wissen, was
uns am Tage erwartet. Er machte uns auch darauf aufmerksam, dass z.B. es
mit einer gewissen Toleranz und gegenseitiger Rücksichtnahme für alle
eine fantastische Zeit werden wird, dass auf einem langen Flug Übungen
zur Entspannung und guten Durchblutung der Beine gut sind, dass in
Amerika nicht nur an der Kontrollstelle im Flughafen geduldig in einer
wartenden Schlange gewartet wird und niemand drängelt oder ungeduldig
wird. Auch beruhigte er die aufgeregten Gemüter: sollte jemand die
Gruppe verlieren, empfiehlt er, einfach stehen zu bleiben, er werde uns
auf jeden Fall finden. Das klang ja schon mal ganz beruhigend.
Donnerstag,
21.Mai 2009 Stadtrundgang Washington
Am ersten
Tag in Washington, am 21.Mai 2009, frühstückten wir im McDonalds –


so hatten
wir unseren Pflichtbesuch in diesem Lokal für alle Tage erledigt. Nach
dem Frühstück ging es noch mal zurück zu Hotel, um uns mit unserer
Stadtführerin Ute zu treffen. Bedingt durch ihren Unfall vor Kurzem kam
sie relativ spät und war schlecht zu Fuß, so dass wir ohne sie auf
Erkundungstour los gehen mussten.
Die ersten Informationen erhielten wir von Klaus und dann im „White
House Info Center“. Wir kamen an die „National Mall“ mit ihren
verschiedenen Museen wie das Luftfahrtmuseum, den Botanic Garden etc.,
in dem wunderbar blühende Pflanzen wie z.B. Orchideen zu bewundern sind.

Wir laufen
um das Weiße Haus und singen dahinter. Wir singen zwar nicht besonders
gut, erregen jedoch trotzdem große Aufmerksamkeit bei anderen
Spaziergängern. Fast wäre ein Hut herumgegangen... Außerdem entstand ein
Bild, das unsere gute Laune sehr verdeutlicht.

Beim
Umrunden des Weißen Hauses wurde es plötzlich laut durch Motorradlärm
und Polizeisirenen. Ganz nah an uns vorbei kam der Präsident der
Vereinigten Staaten Barack Obama, der ins Weiße Haus fuhr. Ihm folgten
Busse voll mit Menschen.

Auf unseren Wegen durch diese freundliche Stadt sahen wir auch etwas
außergewöhnliche Touristenbusse, die hier überall in der Stadt
herumfahren.
Das Kapitol
war eines der nächsten Ziele, bei dem wir uns etwas länger aufhielten.
Dieser beeindruckende Bau strahlte in seiner vollen Pracht nicht zuletzt
durch das herrliche Wetter, das uns an diesem Tag begleitete.

Ja, die
Marianne deutet auf ihren Günther, denn dieser Herr hier ist 79 Jahre
und 364 Tage alt. Er wird morgen seinen 80. Geburtstag mit uns feiern.
Wir freuen uns sehr darüber, dass wir mit ihm feiern dürfen.
Zum
Abendessen sitzen wir in der Straßenbar „Green Turtle“ und lassen es uns
gut gehen. Nicht zu spät geht’s heute ins Bett, denn morgen, Freitag,
und übermorgen, Samstag, werden wir sehr beschäftigt sein mit Proben und
Konzerten und unserem ersten öffentlichen Auftritt überhaupt.
Marianne Schauer
Freitag
22. Mai,
Jubiläumsfestakt im Festsaal des "Grand Hyatt"
Am 20.Mai starteten "Die
Singenden Schwaben“ ein Projektmännerchor des Chorverbandes Filder mit 11
Sängern davon 3 Sänger vom LK Waldenbuch und 2 Sängern vom LK Glashütte ( August
Reebmann und Wolf Janzik) in die USA, um mit den „deutschen Chören“
gemeinsam zu singen. Der 1. Höhepunkt war das Konzert zum "50th
National Sängerfest of the Nordöstlichen Sängerbund von Amerika in
Washington D.C.". Im Festsaal des „Grand Hyatt“ hatten wir unseren
ersten Auftritt. Als einziger aus Deutschland angereister Chor wurden wir mit viel Beifall
begrüßt.
Unsere Chorleiterin Marianne Schauer, mit der nur etwas über 6 Monate übten,
bedankte sich für die Einladung und überbrachte zwischen unseren
Liedvorträgen die Grußworte und die
Gastgeschenke von Ministerpräsident Oettinger, Oberbürgermeister
Dr. Schuster und dem Präsidenten des Schwäbischen
Chorverbandes Dr. Lorenz Menz (einem ehemaligen Waldenbucher).
Wir sangen mit Frau Schauer „Sanctus“ und „Hab oft im Kreise der
Lieben“ von F. Silcher“. "Sanctus" war unbekannt, auch dem Dirigenten,
das andere ja. Der Vortrag
wurde mit viel Beifall aufgenommen. Zum Schluss sangen wir das
„Bundeslied“ „Brüder reicht die Hand zum Bunde“ von W.A. Mozart. Dieses
sehr emotionale Lied wurde von vielen mitgesungen. Wir bekamen sehr viel
Lob für unseren Auftritt und wurden mit Urkunden und Medaillen belohnt.
Zusammen mit den Männern der anderen Chöre sangen wir noch klassische
deutsche Lieder. Es war ein schöner Abend mit vielen freundschaftlichen
Begegnungen.
August Reebmann
Samstag, 23. Mai Jubiläumskonzert im National Building Museum
Nach dem Fahneneinmarsch – die Fahne des Chorverbandes Filder trug unser
Sänger Fritz Pfeifer – wurden die amerikanische und die deutsche
Nationalhymne gesungen. Es folgte der Sängergruß „Oh blühe fort du
deutscher Sang, wahr im Wort und rein im Klang“. Jetzt folgte das
offizielle Programm mit allen Sängerinnen – auch drei Sängerinnen aus Waldenbuch
einschließlich unserer Chorleiterin–
und Sängern unter der Leitung von Stephen Ackert und Manfred Knoop mit
folgenden Liedern:
Psalm 100 „ Jauchzet dem Herrn, alle Welt“ von F. Mendelssohn,
„Festgesang“ von W. Mozart,
„Heimatmelodie“ von G. Fischer,
„Glocken der Heimat“ von R. Pappert,
„Im weißen Rössl“ von R. Benatzky,
„Erschalle froh du Jubelchor“ von W. Reske,
„Sprühe, Flamme! Glühe, Eisen“ aus dem Waffenschmied von A. Lortzing,
„Mondnacht“ von H. Wenzel,
„Wir wollen Freunde sein“ von W. Meisel,
„Der Ruf nach Frieden“ von Frey-Völlen.
Zum Schluss sangen wir noch zu Ehren Amerikas „The Navy Hymn“ und „America
the Beautiful“!
Alle waren begeistert und stolz, dass sie bei diesem tollen Konzert
dabei sein konnten. Jetzt ging es zurück ins Grand Hyatt, wo der Abend
mit einem Gala Dinner und einem großen Ball im großen Ballsaal endete.!
August Reebmann
Sonntag, 24. Mai,
Old Town
Alexandria und Potomac River
Am Sonntag ging es von Old Town Alexandria aus zu einer Bootfahrt
auf dem Potomac River.
Vor der Fahrt gaben noch alle Sängerinnen und Sänger ein Konzert am
Market Square. Gesungen wurden Ausschnitte aus dem gestrigen Konzert und
„Im Abendrot“ von F. Schubert unter der Leitung von Frau Schauer.
Während der Fahrt wurden viele Informationen unter den Chören
ausgetauscht. Die „deutschen“ Amerikaner sind sehr gut über ihre alte
Heimat informiert und sie freuten sich sehr über den (unseren) Besuch
aus dem Schwabenland. Mit einem langen „Auf Wiedersehen“ gingen wir von
Bord. Alle waren der Meinung „ das war ein großes Sängerfest“ und
"Die
Singenden Schwaben“ mittendrin!
August Reebmann
Montag, 25. Mai,
Fahrt von Washington nach New York
Heute müssen wir nach 5 Nächten im Grand
Hyatt Hotel Washington verlassen und wollen bis zum Abend in New York
sein. Vorbei an Philadelphia nach Allentown im Le High Valley, dort
feierte der deutsche Sängerbund Lehigh sein Sommerfest. Fast alle
Teilnehmer unserer Reise nahmen im Deli, im Hotel ihr Frühstück ein.
Kurz vor 9 Uhr saß die ganze Gruppe erwartungsvoll in der Hotelhalle auf
den gepackten Koffern. Um 9 Uhr sollte es losgehen. Der Bus war bestellt
und bezahlt.
Es wurde ¼ 10, es wurde ½ 10 und immer noch war kein Bus in Sicht. Unser
Reiseleiter Klaus war ständig am telefonieren, aber der Bus war nicht
aufzutreiben. Inzwischen war Ute Haymann, die Hauptorganisatorin des
Sängerfestes und gute Freundin unserer Marianne eingetroffen. Mit
vereinten Kräften gelang es dann dem Trio Klaus – Ute – Marianne , einen
Ersatzbus zu bekommen. Mit annähernd 3 Stunden Verspätung verließen wir
Washington. Das hervorragende Klima in der Gruppe hatte seine erste
Bewährungsprobe bestanden. Die Stimmung war ungebrochen sehr gut.
Weil es auch in den USA nicht möglich ist auf der Straße verlorene Zeit
aufzuholen, trafen wir mit 3 Stunden Verspätung in Allentown ein. Dort
wurden wir von den Verantwortlichen des Lehigh- Sängerbundes sehnlichst
erwartet. Auch die Verwandten von Wolfgang und Ellen waren schon ein
bisschen in Sorge. Nach der Begrüßung suchten wir uns einen Platz zum
Einsingen, dann ging es auf die Bühne. Die Unterhaltungsmusikkapelle
machte bereitwillig Platz. Schwieriger war es, die Musik vom Rummelplatz
abzustellen. Trotzdem hatten wir einen guten Auftritt und dankbare
Zuhörer, die ausgeharrt hatten, um uns zu hören. An unser kleines
Konzert schloss sich dann die „Mittagspause“ an. Das heißt, jeder
besorgte sich etwas zu Essen und genoss das Freibier (Spatenbräu). Das
Angebot war reichlich, sehr viel typisch deutsches. Mit Hähnchen,
Haxen, deutsche Wurst, deutsches Brot, Brötchen, auch Pizza und Pasta ,
Tappas, geb. Kartoffeln und vieles mehr. Nach 17 Uhr ging es weiter nach
New York. Kurz vorher hatten uns Wolfgang und Ellen verlassen um ein
paar Tage bei ihren Verwandten in Philadelphia zu verbringen. Am späten
Abend erreichten wir Big- Apple, beeindruckend war die Skyline von
Manhattan, bis wir dann durch den Tunnel unter dem Hudson- River nach
Manhattan kamen und unser Hotel „Pensylvenia“ beziehen konnten.
Hermann
und Lieselotte Seeger
Dienstag, 26. Mai, New York
Heute haben wir die erste Nacht
in New York verbracht. Direkt gegenüber unseres Hotels ist der
Madison Square Garden. Die wohl berühmteste Veranstaltungsstätte von
Manhattan. Frühstück war wie immer auf eigene Faust im oder
irgendwo rings ums Hotel. Um 9 Uhr begann die große Stadtrundfahrt.
Einstieg war am Hotel. Alle hatten auf dem offenen Oberdeck des
Doppeldeckerbusses Platz genommen. Sehr gut war, dass wir eine deutsche
Reiseleitung gebucht hatten. Nach einer kurzen Begrüßung durch unseren
Reiseleiter Klaus und der Fremdenführerin fuhr der Bus ab. Vorbei am
„Macys“ dem berühmtesten Einkaufstempel der Stadt zum Empire-State
Building, dem ältesten Wolkenkratzer der Welt, mitten in der
Weltwirtschaftskrise 1930- ca. 1934 erbaut, weiter zum Flat- Iron
Building und hinunter nach Little- Italy und Chinatown Während Chinatown
immer weiter wächst, ziehen die Italiener weg in bessere Viertel und der
typisch italienische Charakter geht verloren. Der Bus bringt uns nun zur
Südspitze von Manhattan ,dem Battery- Park. Hier biegen wir auf die
South- Street ein, um vorbei an den gigantischen Brückenbauwerken
–Brooklyn- Bridge , Manhattan-Bridge, Williamsburg-Bridge zum Areal der
Vereinten Nationen zu kommen. Nun erreichen wir die Cathedral of
St.John the Divine, der größten Kathedrale der Welt. Hier machen wir ca,
45 Minuten Pause. Wir gehen in die Kirche, die in ihrer Gründungsurkunde
als ein Haus des Gebetes für alle Menschen und ein vereinigtes Zentrum
des intellektuellen Lichts und der Führerschaft beschrieben wird, um uns
selbst einen Eindruck zu verschaffen. Nach der Pause fahren wir durch
Harlem, das sich vom verwahrlosten Elendsviertel zu einem Wohnplatz der
Schönen und Reichen entwickelt hat. Vorbei an der medizinischen
Fakultät der Universität von New York, dem von deutschen gegründeten
Hospital und den großen Museen fahren wir rund um den Central- Park
zurück zum Hotel. Völlig durchgefroren verlassen wir den Bus. Es war
bitterkalt und die meisten mussten sich erst einmal aufwärmen. Der
Nachmittag war zur freien Verfügung. Wir trafen uns mit Klaus und einer
kleinen Gruppe zu einem Spaziergang im Central- Park. Es ist
erstaunlich was hier zwischen den Hochhäusern für eine grüne Oase
geschaffen wurde. Man trifft hier junge Frauen mit Kinderwägen, Jogger,
Heranwachsende, alte Leute. Das Gelände ist sehr weitläufig und
ursprünglich mit Felsen, Wiesen, vielen großen alter Bäume, befestigte
Wege und am Rande das übliche- Imbisbuden, Gartenwirtschaften usw. Am
Abend nach 20 Uhr traf sich ein großer Teil der Gruppe in der Hotelhalle
um gemeinsam den - Top of the Rock- das Aussichtsdeck auf dem
Rockefeller-Center zu erobern. Unsere Marianne übernahm die Führung und
los ging's zu Fuß zum Rockefeller- Center. Erst weit nach der Kasse war
Einlasskontrolle, wer ein Messer oder etwas ähnliches dabei hatte,
musste zurück zur Kasse und dort abgeben. Der Ausblick von so einem
hohen Haus ist gigantisch. Bei Nacht hat alles aber einen besonderen
Reiz. Das Empire- State- Building scheint zum Greifen nahe. Ganz weit
weg im Osten erkennt man die Fackel der Freiheitsstatue. Im Westen
liegt der große quadratische Fleck des Central- Parks, eingerahmt von
den Straßenlaternen. Es dauerte fast eine Stunde bis sich alle satt
gesehen und viele Fotos gemacht hatten. Dann verließen wir das
Rockefeller-Center und gingen hinüber zum Times- Square mit seinem
quirligen Leben. Den krönenden Abschluss machten wir im
Hard-Rock-Cafe. Manche suchten sich noch ein Souvenir – wie Hard-Rock-
T-Shirts oder Weizenbiergläser aus.
Dann ging ein anstrengender und erlebnisreicher Tag zu Ende.
Hermann und Lieselotte Seeger.
Mittwoch, 27. Mai
New York
8 Uhr Treffpunkt in der Hotellobby zum Frühstück mit Klaus.
Spaziergang zur Pier 83. Ab dort gemeinsame Schifffahrt rund um
Manhattan. Abfahrt 10 Uhr.
Am Morgen hat es geregnet und die Wolkenkratzer lagen im Nebel. Vom
Schiff aus konnte man nur erahnen, wo die Twin-Tower vom
World-Trade-Center einmal standen. Vorbei an den Segelschiffen vom
Einwanderungsmuseum zur Freiheitsstatue (mit 91 m größte Skulptur der
Welt—ein Geschenk des französischen Volkes an das Volk der Vereinigten
Staaten im Jahre 1886.)
Weiter flussaufwärts auf dem East-River an Brooklyn und Queens entlang,
dann am Harlem River, an der Bronx vorbei um schließlich zum
Hudson-River zurückzukehren.
Nach der Mittagspause, die jeder für sich gestaltete, traf man sich
wieder, um mit dem Stadtbus zum Ground Zero zu fahren. Hier wo einst die
höchsten Türme der Welt standen ist heute eine Riesenbaustelle von der
ein ohrenbetäubender Lärm ausgeht. Wenige Schritte daneben ist die St.
Pauls Kirche, hier herrschte eine wohltuende Stille. In dieser Kirche
wurden nach dem Anschlag auf das World-Trade-Center am 11.Sept.2001 die
ersten Verletzten versorgt, später diente sie als Ruheraum für die
Rettungskräfte. Heute ist sie als Denkmal für die vielen toten
Feuerwehrmänner, Sanitäter und Privatpersonen hergerichtet. Aus der
Kirche heraus kommt man direkt auf den Broadway und hinunter zur
Wallstreet, wo einst George Washington zum ersten Präsidenten der USA
gewählt wurde. Hier zwischen Absperrungen und Wachpersonal mit
Maschinenpistolen soll das Finanzzentrum der ganzen Welt sein.
Eigentlich schwer vorstellbar und trotzdem ist es so. Nach einem letzten
Blick auf die Baustelle vom Ground Zero fuhren wir wieder mit dem Bus
zurück zum Hotel. Damit ging ein ereignisreicher Tag zu Ende.
Hermann
und Lieselotte Seeger
Donnerstag, 28. Mai
Fahrt nach Niagara Falls
Die
NY-Visite ist beendet. Eine Stadt voller Eindrücke im positiven, sowie
auch im negativen Bereich! Riesige Häuserschluchten – Empire State
Building – schlechte Straßen, beeindruckende Sky-Line – relativ
schlechte Zimmer mit vorzeitlichen sanitären Einrichtungen – all dies
ist vorbei!
Doch nun gilt es unsere nächste Etappe – die Niagara Falls – ca. 600 km
nördlich zu erreichen.
Ziemlich pünktlich gegen 10.00 Uhr fährt ein kleiner Bus vor dem Hotel
vor. Wir trauen unseren Augen kaum – da sollen wir und unser Gepäck
unterkommen? Doch der Gepäckraum ist relativ groß und mit einigem
Drücken und Schieben ist schließlich alles und zu guter letzt auch wir
selbst gut verstaut. Die Fahrt geht erst durch NQ und dann außerhalb auf
den landesüblichen mehrspurigen Fernstraßen Richtung Niagara-Falls. Alle
sind voll gespannter Erwartung. Zunächst einmal müssen wir aber die
gnadenlosen Stöße dieser „Autobahnen“ aushalten um zu unserem Ziel zu
gelangen. Die Fahrt führte und durch ebenes und hügeliges Land mit
vielen waldreichen Abschnitten. Und immer wieder Regen – Regen. Das
Wetter scheint es nicht besonders gut mit uns zu meinen im Hinblick auf
das große bevorstehende Naturschauspiel!
Nach stundenlanger Fahrt erreichen wir endlich gegen Abend Niagara-Falls
und das Wetter ist zwischenzeitlich auch besser geworden. Gute
Aussichten für den nächsten Tag!
Schnell sind die Zimmer belegt und wir sind alle sehr zufrieden – sie
sind auf jeden Fall viel schöner und komfortabler als in NY.
Marlies und Siegfried Kolb
Freitag, 29. Mai, Fahrt mit "Maid
of the Mist"
Am Morgen startete das große Besichtigungsereignis .
Schon aus einiger Entfernung konnte man das Donnern und Brausen der
Wasserfälle hören. Nach kurzem Fußmarsch kamen wir an die Zahlstelle, an
welcher die Tickets zu lösen waren. Zwischenzeitlich hatten wir uns
leider geteilt und die ersten gingen durch die noch unbesetzte
Ticketstelle und dachten wohl die Eintritte müssten unten gelöst werden.
Dem war nicht so – und so mussten alle den gegangenen Weg noch einmal
zurück und die Ticket oben von Klaus unserem Reiseleiter in Empfang
nehmen. Aber all dies wurde mit einigem Humor in Kauf genommen und so
kamen wir doch schließlich ans Ziel unserer Begierde – auf das Schiff,
das uns ins Zentrum dieses Naturspektakles bringen sollte.
Eine riesige Menschenmenge – die alle das gleiche Ziel hatten, säumte
die Zugänge zu den Schiffen, deren 3 oder 4 ständig ihre Runden drehten.
Bedacht mit Plastiküberzügen betraten wir nun mit vielen Neugierigen das
Schiff. Nach wenigen Minuten legten wir ab von der Anlegestelle. Auf der
anderen Seite der Fälle (amerikanische Seite) konnten wir viele Besucher
beobachten, die auf Stegen und auf Klippen dieses Naturschauspiel
genießen konnten. Sicherlich mit ab und zu einer kleineren oder
mittleren Dusche!
Wir auf dem Schiff kamen allmählich nach gemütlicher Fahrt den
herabstürzenden Wassermassen immer näher. Das Brausen und Donnern
erfüllte die Luft und im Getöse und Lärm wurde das eigene Wort zum
Fremdwort. Ich hatte mich mit dem Zwischendeck begnügt um dieses
Schauspiel zu genießen und bin trotzdem ein wenig nass geworden, aber
ich denke, die auf dem Oberdeck sind trotz Regenschutz ordentlich nass
geworden. Alles in allem ein beeindruckendes Erlebnis, an das die
meisten noch lange denken werden.
Welch gewaltiges Naturschauspiel!
Viele kennen diese Wasserfälle aus Postkarten oder aus geographischen
Werken, aber persönlich davor zu stehen oder mittendrin zu sein, sind
andere Dinge. Hier werden wie nirgendwo die Gewalten unserer Erde so
verdeutlicht – Wind – Wasser – Feuer –wie an dieser Stelle! Der kleinere
Teil der Fälle, ca. 1/3 ist den USA zugehörig, der größere (ca. 2/3)
Kanada.
Mit den Victoria-Fällen in Sambesi in Afrika und den Wasserfällen des
Rio Iguazu in Südamerika ist er einer der drei größten
Wasserfälle der Welt. Mit diesen
beeindruckenden Bildern begaben wir uns anschließend zurück zum Hotel.
Ein Tag voller Erlebnisse und Eindrücke war zu Ende gegangen. Ein Tag,
der Einblicke in die Macht der Naturgewalten vermittelte, dem sich
sicherlich keiner der Teilnehmer entziehen konnte. Wie klein wir doch
alle sind!
Bald geht es weiter Nach Toronto und damit zum Schlusspunkt unserer
Konzert- und Erlebnisreise!
Dieser Tag aber wird wohl für die meisten von uns bleibende Eindrücke
und Werte hinterlassen, die sicherlich bei vielen neue Horizonte
eröffnen und zum Nachdenken animieren.
Eigene Spaziergänge an den Ufern des Niagara-River und in der
freundlichen Stadt Niagara-Falls rundeten das Bild über einen herrlichen
Abschnitt unserer USA-Kanada-Reise mit schönen Bildern ab, dem im
Anschluss noch einige andere folgten.
Nicht vergessen zu erwähnen sind die architektonischen Bauten, die
Ingenieure und Baumeister hinter und unter den Wasserfällen errichtet
haben, einschließlich der Schrägbahn – ein Meisterwerk der Ingenieur-
und Baukunst. Das Staunen der Besucher ist hautnah zu spüren. Ein
Erlebnis allemal.
Marlies und Siegfried Kolb
Samstag 30. Mai, Fahrt nach Toronto und Auftritt in Hamilton
Nach dem Frühstück brechen wir von unserem Fallsview Plaza Hotel an den
Niagarafällen auf und fahren entlang des Niagara Rivers, der uns zu
Beginn tief eingeschnitten wie ein Canyon zur rechten Seite begleitet,
zum historisch schnuckeligen Örtchen Niagara-on-the-Lake. Der Aufenthalt
hier hat sich für uns alle gelohnt, es gab tolle Geschäfte, herrliche
Häuser und schnuckelige Kaffees alles im engl. Kolonialstiel erbaut. Der
Aufenthalt hier hätte ruhig um Stunden länger sein können. Die
Weiterfahrt ging jetzt entlang großer Weingüter mit herrlich gepflegten
großen Häusern zum Weingut Klaus Reif, der aus Neustadt an der
Weinstraße stammt. Er keltert hier hervorragende Weine, wir hatten hier
eine Führung durch die Kelter mit anschließender Weinprobe. In bester
Stimmung sangen wir dem Winzer und den vielen Gästen einige Weinlieder,
die zum Schunkeln einluden. Mit großem Beifall wurden wir hier
verabschiedet.
Während eines Stopps zogen wir uns im Bus um, festlich gekleidet sind
wir dann nachmittags gegen 17 Uhr im großen Festsaal in Hamilton
eingetroffen. Für alle Chormitglieder gab's dann das Gala-Dinner bevor
um 19 Uhr das Konzert mit dem Fahneneinmarsch und dem Singen der
deutschen und kanadischen Nationalhymne begann. Sehr bewegend war für
uns, wie diese deutschstämmigen teilweise in zweiter und dritter
Generation lebenden Menschen diese Tradition bewahren, die bei uns
teilweise so nicht mehr existent ist. In der bis zum letzten Platz
gefüllten Halle sangen:
Der Männerchor Harfentöne aus Toronto
Der Lyrachor aus London
Der Hansachor aus Bramton
Der Edelweischor aus Toronto
Die Singenden Schwaben vom Chorverband Filder
Die Concordia Chöre aus Kitchener
Der Germania Chor aus Hamilton
Und alle sangen deutsches Liedgut, vom „Hoch auf dem gelben Wagen", bis
zum
„ Ich bete an die Macht der Liebe"
Nach der Pause kam unser Auftritt. Unter der Leitung unserer Dirigentin
Frau Marianne Schauer-Roch sangen wir:
Im Abendroth von Franz Schubert
Bundeslied von Wolfgang Amadeus Mozart
Sanctus von Silcher
Ein begeistertes Publikum spendete uns großen Beifall. Glückwünsche zu
den Darbietungen kamen von allen Seiten. In kurzer Zeit hatten wir viele
Freunde gewonnen, und alle wollten mehr über und von uns wissen, wo wir
herkommen wie lange wir schon singen usw. Da fast alle gut deutsch
sprachen war die Verständigung sehr gut. Glücklich zufrieden auch teilw.
mit Tränen in den Augen, und mit großem Respekt nahmen
wir gegen 22 Uhr von den Sängerkameraden in Hamilton Abschied, zur
Weiterfahrt nach Toronto.
Wolfgang Rieth
Sonntag 31.
Mai, Toronto
Anlässlich
des Festaktes in Hamilton am Vorabend wurden wir von einem Mitglied der
katholischen St. Patricks Gemeinde Toronto angesprochen, ob wir nicht am
sonntäglichen Gottesdienst mitwirken könnten. Natürlich folge der
spontanen Einladung die sofortige spontane Zusage.
Am frühen Sonntag Morgen machten wir uns in festlicher Kleidung bei
gefühlten Kältetemperaturen und eisigem Wind zu Fuß auf den Weg zur St.
Patricks Kathedrale. Einem Mitglied des Chores waren die Hosen um
einiges zu weit geworden, sodass ihm das Gehen sichtlich schwergefallen
wäre, hätte nicht ein anderes Chormitglied mit seinen Hosenträgern
ausgeholfen.
Bei unserer Ankunft wurde uns von Funktionären und Gemeindemitgliedern
ein überaus herzlicher Empfang zuteil. Unser Chor bestritt die
Einleitung des Firmungsgottesdienstes mit dem „Sanctus“ von Friedrich
Silcher sowie den Strophen 2 und 3 des Bundesliedes von Wolfgang Amadeus
Mozart (Lob und Dank dem Weltenmeister und Ihr auf diesem Stern die
Besten). Den feierlichen Firmungsgottesdienst beschloss das Ave Maria
von Johann Sebastian Bach, von unserer Chorleiterin mit ihrer herrlichen
Sopranstimme meisterlich mit Klavierbegleitung vorgetragen.
Erwähnenswert ist die wunderbare Akustik der Kathedrale sowie die
Begeisterung der Kirchenbesucher über unsere musikalischen Beiträge.
Nicht minderherzlich als der Empfang war das anschließende Zusammensein
mit den Gemeindemitgliedern im Gemeindesaal. Bei einer Tasse Kaffee
ließen wir uns die von den Eltern der Firmungskinder selbstgebackenen
Torten munden. Für uns deutlich spürbar wurde die Sehnsucht mancher
Gemeindemitglieder nach der alten Heimat, dies vor allem, als wir „Im
Abendrot“ von Franz Schubert und „Hab oft im Kreis der Lieben“ von
Friedrich Silcher sangen. Mit einem herzlichen Abschied von
neugewonnenen Freunden und mit aufgetragenen Grüßen an die alte Heimat
endete ein harmonischer und zur Besinnung mahnender Vormittag. Um
Hotelgästen und –personal eine nicht geplante Unterhaltung zu bieten,
versammelten wir uns um die Mittagszeit zu einem kleinen Chorkonzert in
der Hotelhalle. Reichlich gespendeter Beifall belohnte unseren Auftritt.
Ein nachmittäglicher Ausflug führte uns auf das Wahrzeichen Torontos –
den CN Tower. Ein Aufzug mit Glasboden brachte uns in 58 Sekunden auf
346 Meter Höhe. Beeindruckend war der grandiose Ausblick aus dieser Höhe
auf die Stadt, das umliegende weite Land und den Ontariosee.
Mit einem
darauffolgenden Spaziergang zum Hafen und einer Überfahrt mit der Fähre
auf die der Stadt vorgelagerte Insel Toronto Island Park, von welcher
man einen grandiosen Ausblick auf die Sky-Line der Stadt hat,
beschlossen wir einen ereignisreichen Tag.
Dieter Falter
Montag, 1 .Juni 2009 ,
Sainte-Marie among the Hurons
Heute steht ein Kontrastprogramm
zu unserer Großstadt Toronto auf dem Tagesplan. In Midland, einem
kleinen Ort an der Georgian Bay, wollen wir uns einschiffen und die
Inselwelt in diesem Teil des Lake Huron, einem der Fünf Großen Seen,
erkunden.
Nicht nur die Natur wartet auf uns, sondern auch ein Abstecher in die
Geschichte Kanadas, der ersten Erkundung durch die Europäer und die
Land-Inbesitznahme durch die ersten Weißen. In der voll rekonstruierten
Siedlung Sainte-Marie among the Hurons machen wir uns mit
der Vergangenheit aus der Sicht der heutigen Bewohner Kanadas
vertraut.
Bereits im Jahre 1639 wurde auf dem Gebiet der Wendat-Indianer, auch
Huronen genannt, von Jesuiten eine Siedlung gegründet mit der Aufgabe,
den Missionaren eine Stätte der Erholung und den christlichen
Wendat-Indianern ein Ort der Sicherheit zu sein. Außerdem stellte das
Dorf eine Repräsentation der französischen Kultur inmitten
Neufrankreichs dar.
Bereits im Jahre 1648 lebten 20 % aller Französischen Einwanderer in
Sainte-Marie. Nach außen hin schien sich alles bestens zu entwickeln,
aber die kulturellen Unterschiede brachten stets neue Konflikte.
Krankheiten wie Grippe, Masern und Pocken waren für die Indianer
tödlich. Darüber hinaus brachen zwischen den Wendat und den Irokesen
alte Konflikte aus.
Bei einem Angriff auf das Dorf St. Joseph kamen viele Wendat, aber auch
Franzosen ums Leben, darunter der Jesuit Vater Antoine Daniel. Ein Jahr
später wurde Jean de Brébeuf und Gabriel Lalemant mit Hunderten Wendat
gefangen genommen und getötet. Im Frühjahr 1649 gaben die Franzosen das
Dorf auf, zerstörten es und verließen das Gebiet. Nach einem kurzen
Aufenthalt auf der Insel St. Joseph kehrten sie ganz nach Quebec zurück.
Das Gebiet von Sainte-Marie war bald wieder von der Natur überwuchert
und nicht erinnerte mehr an den Aufenthalt der Franzosen.
Der Jesuiten-Orden, gegründet 1540 von Ignatius von Loyola, hatte es
sich zur Aufgabe gemacht, den katholischen Glauben weltweit zu
verbreiten. Die Missionare sahen die Ureinwohner von Neufrankreich als
ein Volk an, das sich von Gott getrennt hatte, und die sie durch die
Taufe wieder zu Gott zurückführen und dadurch erretten wollten. Der
Handel mit den Indianern, insbesondere mit Tierfellen und andern
Produkten war ebenso ein starker Anreiz, dieses Land zu erobern. Heute
leben die Indianer nur noch in kleinen Verbänden, über viele Jahrzehnte
wurden ihre Kultur und ihr Brauchtum missachtet und vom Staat aus
unterdrückt. Erst in der heutigen Zeit versucht die Kanadische Regierung
die Sünden der Vergangenheit wenigstens teilweise wieder gutzumachen.
Die Körperlichen Überreste der getöteten Jesuiten-Padres sind heute in
der Wallfahrtskirche Martyrs´Shrine zu sehen. Dort werden
die Reliquien verwahrt und verehrt. Selbst Papst Johannes besuchte diese
Gedenkstätte für die kanadischen Märtyrer. Wir „Singenden Schwaben“
haben es uns nicht nehmen lassen, nach unserer Schiffstour durch die
Inselwelt in der Georgian Bay dort am Abend mit einigen unserer Lieder
den Märtyrern und den Opfern der Indianer unsere Achtung zu erweisen.
Nach dem Ausflug in die Geschichte Kanadas erfolgte der Besuch der in
vielen Teilen noch ursprünglichen Natur Kanadas. Im Hafen von Midland
startet unsere Tour durch den ca. 30000 Inseln umfassenden Naturpark
Georgian Bay. Strenge Schutzmaßnahmen sorgen dafür, dass diese
Wasserwelt auch noch für die kommenden Generationen erhalten bleibt.
Vorbei an namenlosen und mit Namen versehenen Inseln schipperten wir
gemütlich durch diese beeindruckende Welt. Möven, Fischadler und endlose
Ketten von in den Norden ziehenden Kanadagänsen begleiteten uns auf
unserer Fahrt. Immer wieder boten sich atemberaubende Blicke auf diese
Welt mit der immer wieder neugestalteten Granitformation der Ufer, oft
schroff und unnahbar, dann wieder ein Steg der zum Anlegen lockt, ein
Fußpfad, der zu einer versteckten Hütte oder gar einem größeren Haus
führt.
Vorbei an der Schlangeninsel, der Geschenkinsel, der Beausoleil-Insel,
des Brebeuf- Leuchtturms, der Sanften Insel, sowie unzähligen weiteren
Inseln, die oft noch Namen aus ihrer indianischen Vergangenheit tragen,
heute aber meist im Privatbesitz reicher und bekannter kanadischen
Familien sich befinden, ein Paradies geschaffen zum Relaxen, zur Flucht
aus dem Alltag hinein in die Natur.
Doch auch wenn es noch so beeindruckend ist, das Schiff hat kein
Erbarmen mit uns, der Weg führt nach 2 ½ Stunden wieder zurück in den
Hafen von Midland.
Nach dem schon erwähnten musikalischen Auftritt in der „Martyrs´ Shrine“
Kirche führte uns der Weg dann wieder zurück nach Toronto. Ein weiterer
Höhepunkt war dieser Tag, auch wenn wir bei kühlem Wind und ab und zu
einem kleinen Regengruß nicht ins Schwitzen kamen.
Ein leckeres Steak aus kanadischem Beef sowie das eine oder andere
Bierchen schlossen den Tag ab.
Gerhard Kauffmann
Dienstag 02. Juni, Kitchener Canada
Der
Tag fing bei schönem und warmem Wetter „vielversprechend“ an! Eine
hübsche junge Busfahrerin fuhr mit einem respektablem sicheren Fahrstil
in Richtung Kitchener. Wie bei allen Ausfahrten imponierten immer wieder
die schönen Landschaften mit dem frischen Grün der Wälder und den vielen
Binnenseen. Alles schien sanfter, farbiger, harmonischer zu sein, als
die zuvor durchfahrenen Gegenden in der USA. - meine
Vor-Eingenommenheit?
In St. Jacobs warteten wir zunächst auf den sachkundigen Begleiter, der
uns die Lebensweise und Besonderheiten der Mennoniten zeigen und
erklären sollte. Klaus kam dann mit einem freundlichen älteren Herren,
der zunächst das Mikrofon im Bus als Hörgerät umfunktionieren wollte und
mit einem Mix deutscher und englischer Sprache Gelegenheit suchte, uns
Besonderheiten der Mennoniten zu erläutern. Die erste Stunde, in der wir
mit dem Bus den kleinen Ort mehrfach durchkreuzten, verging schnell,
fand er doch zunächst nicht einmal sein eigenes Haus, in dem seine Frau
darauf wartete mit in den Bus genommen zu werden, weil sie soooooooo...
gerne mal wieder in einem Bus mitfahren wollte. Nachdem dann auch beide
zusammen keinen erkennbaren Plan hatten für uns, die
„Mennoniten-Kulturen“ zu finden, platzte Klaus der Kragen und setzte
beide auf die Straße.
Wir wurden dann nach Rücksprache mit dem Reisebüro auf einen Bauernhof
gebracht, wo wir dann auch freundlich empfangen wurden. Allerdings
konnten die von uns erwarteten Besonderheiten jetzt auch nicht
vorgeführt werden, denn der Hof war auch nicht anders als bei uns mit
Traktoren und großen Maschinen ausgestattet. Auf dem Feld fuhren zwei
riesige Geräte zum Besprühen der Pflanzen mit reichlich Chemie!!!
Im Wohnhaus sahen wir eine modern eingerichtete Küche mit viel
Technik!!! Weit und breit keine Besonderheiten.
Wir waren froh, wieder im Bus zu sitzen, um nach Kitchener zu fahren, wo
uns dann der Concordia-Club erwartete.
Die freundliche, herzliche Aufnahme hier ließ ganz schnell wieder
vergessen, was wir zuvor erlebt hatten, auch die Blässe in Klausens
Gesicht wurde bei dem guten Essen, Wein und Bier und natürlich auch
unserem Singen wieder rosig und entspannt. Der Abend war ein weiterer
Höhepunkt unserer Reise!
Jetzt wieder gut gelaunt wurde auf der später als geplanten Rückfahrt
ins Hotel zur Freude unserer Fahrerin Helen viel gesungen, die wir
Männer mit dem nicht endenden wollenden „Auf Wiedersehen, bleib nicht zu
lange fort!“ verabschiedeten.
Wolf-Dieter Janzik
Mittwoch,
3.Juni 2009, Toronto
Heute haben wir unser Frühstück im Zimmer
eingenommen. Gebäck, Obst und Wurst habe ich im Pathway gekauft. Der
Pathway ist ein unterirdischer Fußweg, der über mehrere Kilometer lang
ist und es für viele Leute möglich macht, vom Hauptbahnhof (Mainstation)
zur Arbeit zu kommen, ohne ins Freie zu müssen. Es ist schon ein
eigenartiges Gefühl wenn die Menschen zu tausenden aus dem Bahnhofstor
strömen und jeder 2. einen Kaffeebecher vor sich her trägt. Dieser
Pathway ist ein riesiges Einkaufscenter mit Lebensmittelgeschäften,
Bäcker – Metzger und Obsttheken, Kaffees, Fastfood und allen anderen
Dingen des täglichen Bedarfs. Um 10 Uhr trafen wir uns mit Klaus zu
einem Stadtrundgang. Los ging's direkt am Hotel. Wenige Meter vom Hotel
entfernt steht ein Denkmal für den kanadischen Nationalsport, dem
Eishockey. Auch Toronto hat ein Iron- Building (ein Bügeleisenhaus). Der
Neubau der kanadischen Nationalbank ist ein riesiges Hochhaus bei dem
das alte Nationalbankgebäude wie in einem Wintergarten intrigiert wurde,
einschließlich Gartenzaun. Von hier ging es durch Chinatown zurück zum
Eaton- Center, dem größten Einkaufstempel von Toronto. Zum Abendessen
traf sich fast die ganze Gruppe bei „Mario“. Hier hatten wir noch einen
sehr gemütlichen Abend.
Hermann und Lieselotte Seeger
Donnerstag, 4. Juni 2009 Heimreise
Heute heißt es Abschied nehmen von
Toronto. Unsere Chorreise nach Washington, New York, Niagara-Falls und
Toronto geht zu Ende. Insgesamt hatten wir 13 Auftritte, bei denen wir
viel Beifall bekamen. Nach dem Frühstück werden die Koffer gepackt Unser
Bus startete um 13 Uhr am Hotel und brachte uns zum Flughafen Toronto.
Der Flieger nach Frankfurt startete um 17Uhr 30. Nach einer Flugzeit von
ca. 7 ½ Stunden sind wir um ca. 7 Uhr Ortszeit am 5. Juni 2009 in
Frankfurt angekommen. Vor dem Flughafen wartete schon der Bus aus
Waldenbuch auf uns und vor 12 Uhr waren wir wieder zuhause. Damit gingen
16 unvergesslich schöne Tage zu Ende.
Ein herzliches Dankeschön an unseren Reiseleiter Klaus Krämer.
Ganz besonders möchten wir uns bei unserer Chorleiterin Marianne
Schauer-Roch bedanken. Nur ihrem enorm persönlichen Einsatz ist es zu
verdanken, dass die Chorreise zustande gekommen und zu einem großen
Erfolg geworden ist. In der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen mit
unserem „Mariele“, mit Klaus und allen „Anderen“ möchten wir
unseren Bericht schließen.
Hermann und Lieselotte Seeger.
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