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„Die Singenden Schwaben“ waren auf
Reisen
beim 50. Sängerfest des NOSB in
Washington DC als Ehrengäste,
bei der Matinee am Marktplatz in
Alexandria,
beim Sommerfest des Lehigh
Sängerbund in Allentown,
bei der 145 Jahrfeier in Hamilton
in Canada,
in der St. Patrick Church bei der
Pfingstmesse mit Firmungen in Toronto,
beim Concordia Club in Kitchener
u.v.m.
Wir
sind zurück von einer erlebnisreichen, wunderbaren Reise, die
uns zuerst nach Washington DC führte, wo wir Ehrengäste waren
beim 50. Sängerfest des NOSB (=Nordöstlicher Sängerbund). Die
Herzlichkeit, mit der wir von Ute Hayman schon am Flughafen in
Washington DC empfangen wurden, war umwerfend und begleitete uns
auf unserer ganzen Reise. Diese deutschstämmigen Menschen in USA
und Canada sind eine große Sängerfamilie. Sie haben uns alle
überrascht mit ihrem großen, herzlichen und freundschaftlichen
Zusammenhalt, in den sie uns sofort miteingeschlossen haben. Wir
erkannten dadurch sehr eindrücklich ihre Dankbarkeit für unseren
Besuch. Auch wir waren dankbar und fühlten uns geehrt, dass wir
bei diesem großen Fest dabei sein durften.
Erstaunlich die große Anzahl der aktiven Sängerinnen und Sänger
und die Vielzahl der auch bei uns bestbekannten deutschen
Lieder. Wir brachten unsere deutschen Volkslieder und geistliche
Stücke u.a. von Friedrich Silcher sowie auch das Bundeslied von
W. A. Mozart mit. Selbst bei unserem Vortrag im Festakt des NOSB
konnten wir Stimmen hören, die nicht nur die Melodie mitsummten,
sondern jedes Wort mitsangen. Während meines Grußwortes konnte
man eine Stecknadel fallen hören. Totale Ruhe und
Aufmerksamkeit. Auch hier fühlten wir die konzentrierte
Dankbarkeit im großen Kreise der Jubiläumsgäste und wurden
dadurch getragen in unserem Gesang und manchem meiner Sänger
steckte ein Klos im Hals. Meine „Jungs“ durften sich wirklich
als Botschafter Deutschlands sehen.

Am
nächsten Tag sangen wir „Die Singenden Schwaben“ aber auch
einige unserer uns begleitenden Frauen offiziell mit beim großen
Festkonzert im National Building Museum. Auf dem Programm
standen unsere deutschen Komponisten wie Felix Mendelssohn
Bartholdy, Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert u.a.
Begleitet wurde der Chor der ca. 300 Sängerinnen und Sänger, der
sich aus dem Gastgeber Chor „Washington Sängerbund“ und seinen
Gast-Chören dieses NOSB zusammensetzte, vom
National
Gallery of Art Orchestra, einem der ältesten Orchester der
Hauptstadt Washington, geleitet von Dr. Stephen Ackert, Direktor
der Musikabteilung des National Gallery of Art, und Manfred
Knoop, Musikdirektor des Schwäbischer Sängerbund von New Jersey.
Was für
uns alle eine ausgesprochen neue Erfahrung war, ist der Rahmen
solcher Konzerte, den wir überall so erlebt haben: Zu Beginn
marschieren Chormitglieder mit den Fahnen der teilnehmenden
Vereine und Verbände mit der musikalischer Begleitung durch
Trompeten ein. Anschließend werden die deutsche und dann die
amerikanische Nationalhymne sowie der deutsche Sängergruß
gesungen, mit Orchesterbegleitung und auswendig. Alle stehen und
sind ernsthaft bei der Sache. Danach hören alle der Begrüßung
durch den Vorstand des veranstaltenden Vereins aufmerksam zu.
Unser
Auftritt beim Festakt in Washington brachte uns eine Einladung
nach Allentown bei Philadelphia. Auf der Fahrt nach New York
machten wir dort Stopp, um auch hier unsere deutschen Lieder
einem sehr interessierten, freundlichen Publikum vorzutragen,
unser Mittagessen einzunehmen und mit der diesjährigen Miss
Sommerfest einen Fototermin wahrzunehmen.
Auf der
Fahrt von New York an die Niagara Wasserfälle konnten wir uns
etwas vom Singen erholen, jedoch nicht vom Lachen und
Fröhlichsein. Wie beeindruckend sind doch diese riesigen,
gewaltigen Wassermassen, die hier hinunter stürzen, besonders
dann wenn man das richtige Wetter dazu hat. Und das hatten wir
bis zu dem Moment, in dem wir uns alle angezogen hatten, um bei
den Wasserfällen zum Feuerwerk zu gehen: eine halbe Stunde zuvor
fing es an zu stürmen und dann auch zu schütten, sodass kein
Schirm was genützt hätte. So fand das Feuerwerk halt ohne uns
statt. Wir gingen dafür ins nahegelegene Steakhouse, wo wir mit
bester Laune und großem Hunger eines der besten Steaks auf
unserer Reise genossen haben. Hmh!
Unser
kleiner Chor wurde in Hamilton in Canada schon sehnsüchtig
erwartet. Dorthin wurden wir kurz vor unserer Abreise aus
Deutschland zu ihren Feierlichkeiten zum 145jährigen Bestehen
eingeladen. Gerne kamen wir zum Germania Club, um mit diesen
liebenswerten, frohgelaunten Menschen gemeinsam zu singen, zu
essen und zu feiern. Zum Glück hatten wir unseren
Reiseveranstalter als Reiseleiter dabei. Mit ihm war es eine
Wonne, diese Reise schon im Vorfeld zu planen. Er war immer
bereit, immer wieder unsere Sonderwünsche zu ermöglichen. Sogar
noch während unserer Tour mussten manchmal recht kurzfristig
neue Entscheidungen getroffen werden, da wir immer wieder neue
Einladungen bekamen und diesen auch folgen wollten. Unser Klaus
Krämer von TASK arrangierte alles, was nur irgendwie möglich
war, was für uns bedeutete, dass alle geplanten und auch
ungeplanten Vorhaben in die Tat umgesetzt werden konnten. Selbst
als in Washington der bestellte und auch bezahlte Bus nicht kam,
hat er in kürzester Zeit trotz des hohen Feiertages – dem
Memorial Day – mit großer Unterstützung von Ute Hayman, der
verantwortlichen Organisatorin für uns „ausländische“ Gäste,
einen anderen Bus hergezaubert und seine sich zwar wundernde
aber trotzdem fröhliche Mannschaft in den neuen Bus verfrachtet
und gut nach New York gebracht. Bravo, lieber Klaus!
Die
Vereinsheime in Amerika bestehen in diesem großen, weiten Land
so gut wie immer aus mehreren Probenräumen, mehreren Bars und
Restauration. Beim Abschied vom Germania Clubs aus deren
Vereinsheim kam einer der Sänger eines Gast-Chores auf uns zu
und meinte: ‚ihr fahrt doch heute Nacht noch nach Toronto,
oder?’ Wir stimmten zu. ‚Habt ihr nicht Lust und Zeit, morgen in
meiner deutschen Kirche den Pfingstgottesdienst mit Firmungen
musikalisch zu bereichern?’ Natürlich hatten wir Lust und sagten
zu – selbst wenn wir was anderes geplant hätten, wäre es uns
nicht in den Sinn gekommen, dieses Angebot abzulehnen. Und es
wurde wieder eine von unseren besonders eindrücklichen,
unvergesslichen Auftritten. Der anfängliche Gedanke von Kurt in
diesem Gottesdienst zu singen, wurde kurz dann doch sehr
kritisch beäugt. Nach unserem Einsingen und Ansingen des
“Sanctus“ von Friedrich Silcher wurde diese Meinung jedoch
sofort wieder geändert verbunden mit der Bitte, doch mehrere
Stücke vorzutragen. Der Organist und Kirchenchorleiter
überredete mich während des Betretens des Kirchenraumes, das „Ave
Maria“ von Bach-Gounod zu singen, das er dann am Flügel
gefühlvoll und einfühlsam begleitete. Dieser Gottesdienst
brachte uns wiederum die Einladung, im Gemeindehaus vor den
Firmlings-Familien zu singen. Dort wurden uns von den Firmlingen
ein supertoller Kuchen und Kaffee serviert. Vielen Dank! Weil
wir nun so richtig drin
waren im
Singen, ließen „Die singenden Schwaben“ ihre Stimmen auch gleich
noch in der Hotelhalle des Fairmont Hotels erklingen, nachdem
uns der Hotelmanager dazu aufgefordert hatte.
Unser
letzter Ausflug ging nach Kitchener zu einem Indianerfort und zu
den Mennoniten. Was den deutsch-radebrechenden Führer geritten
hat, indem er mit unserem Bus sein neues Haus suchte, um dort
seine gerne Bus fahrende Frau zu holen, uns die Häuser seines
Bruders, seines Neffen, seiner Enkel etc. zu zeigen, bleibt uns
wohl ewig verborgen. Vom Leiter des Informationszentrums der
Mennoniten wurden wir dann freundlicherweise doch noch zu einem
Hof der Mennoniten gebracht – es waren jedoch die modernen
Mennoniten, deren Höfe mit großen Landmaschinen bestückt sind
und die auch Auto fahren – jedoch nur schwarze Autos. Mit
anderen Worten nichts anderes als bei uns, außer dass die „Frau“
mit der schwarzen Pferdekutsche zur Stadt fährt in ihrer
traditionellen schwarzen Tracht.
Doch
leider musste auch diese Reise mit insgesamt 12 größeren und
kleineren Auftritten irgendwann zu Ende gehen. Leider! Bei einem
Interview, das wir im Rundfunk geben durften, sagte einer der
„Singenden Schwaben“: ‚ich glaube, wir dürfen uns davon
überraschen lassen, was unsere Marianne mit uns beim nächsten
Mal vor hat. Die hat bestimmt schon eine Idee. Wir sind dabei!’

Liebe
„Singende Schwaben“: ich danke Euch von Herzen für eine
wunderbare Zeit mit Euch und Euern Ehefrauen. Ich danke Euch für
Euer ungebremstes Arbeiten an der Literatur und auch an Euren
Stimmen in der Zeit vor unserer Reise. Ich danke Euch für Eure
so liebevolle Fröhlichkeit und für so manchen Kosenamen – z.B.
weiß heute jeder, wer mit erster zweiter Bass gemeint ist. Ich
danke Euch für die gegenseitige Rücksichtnahme über den gesamten
Zeitraum unserer harmonischen Reise.
Mit
Euch reise ich um die ganze Welt!
Marianne Schauer-Roch
Verbandschormeisterin |